Der Künstler Walter Kuhn

Dr. Walter Kuhn ist 1946 geboren und in Nürnberg aufgewachsen. Der Gedanke an die Nachkriegszeit, insbesondere an seinen Schulweg durch die zerbombte Stadtlandschaft rund um die Nürnberger Burg sind nicht zuletzt Motive für dieses  Projekt. 

Auch die Konfrontation des Künstlers mit den in allen Dörfern der Region seiner französischen "Zweitheimat" (Massif Central) vorhandenen Monumenten und in Stein gemeißelten Verzeichnissen der Toten dieser sinnlosen Kriege, haben ihn bei der Konzeption seines Projektes inspiriert. Und nicht zuletzt sind es die Spätfolgen dieser massiven Kriegsverluste in der Bevölkerung, die für die aktuelle Entleerung ganzer Landstriche und die damit verbundenen Strukturprobleme verantwortlich sind.

 

Nach dem Studium von Geographie und Wirtschaftswissenschaften in Erlangen/Nürnberg und Promotion siedelte er 1976 nach München um, wo er von da an bis 2011 an der TU bzw. LMU als Geograph und Urbanist in der Lehre tätig war.

 

Schon in den letzten Jahren seiner Berufstätigkeit, verstärkt jedoch seit der Pensionierung, realisierte er selbst verschiedene größere Kunstprojekte in Deutschland und Frankreich.

 

Seit 2012 organisiert er (meist federführend) in Crocq, einem kleinen französischen Städtchen des Massif Central – jährlich  eine „Internationale Kunstausstellung“ mit bis zu 60 Künstlern. Hierdurch, sowie durch weitere Kunstaktionen vor Ort, ist es gelungen, der "verschlafenen", mittelalterlichen Gemeinde im Departement Creuse - mit heute nur noch knapp 500 Einwohnern - ein wenig zu neuem Leben zu verhelfen. Seine dortigen Aktivitäten wurden im vergangenen Sommer mit der Ehrenmedaille der Gemeinde als Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft honoriert.

 

In Deutschland wurde insbesondere seine Kunstaktion „Urbane Transhumanz“ aus dem Jahr 2015 bekannt, bei der er eine große Herde lebensgroßer Schafsskulpturen auf dem Olympiaberg und an weiteren Standorten der Stadt installierte (siehe www.urbane-transhumanz.com). Diese Aktion lief durch fast alle deutschen Medien und wurde von der ARD / Tagesschau als Bild des Tages sowie vom Bayerischen Rundfunk aufgegriffen.

 

Der Reinerlös aus dem Verkauf der Exponate wurde der Interkulturellen Stiftung Kolibri in den Jahren 2015 und 2016 für die Finanzierung von Projekten zur Flüchtlingshilfe in München gespendet.

 

Weitere Kunstaktionen im Münchner Raum waren das interkulturelle Workshop-Projekt „Zusammenkommen“ in Kooperation mit dem Kulturhaus Milbertshofen (2016) sowie das Projekt „Zusammenhalten" auf Einladung der Gemeinde und des Kunstkreises Gräfelfing.

 2018 war Walter Kuhn für den Tassilo-Kunstpreis 2018 der Süddeutschen Zeitung vorgeschlagen.

 

Eine Auswahl von Werken aus den genannten Projekten finden Sie hier